Im allgemeinen Sprachgebrauch kennt und spricht man von „Preußen“.
Aber die historische Geschichten des „preussischen Staats und Königreich Preußen“ und der „Ureinwohner“, nämlich den „Prussen (Prussia), sind völlig verschieden.
Wer sind die Ureinwohner Prussen ?
Indogermanische sprechende/abstammende Völker sollen nachweislich bereits 3100 v.Chr. sich im heutigen Baltikum niedergelassen haben. Die indogermanische Sprachfamilie, zu der eben auch die baltischen Sprachen gehören, hat ihren Ursprung vermutlich bereits vor 8000 bis 9000 Jahren im heutigen Anatolien laut einer Studie der Max-Planck-Gesellschaft. Die früheste Einwanderung von Ackerbauern aus Anatolien fand zwischen 6000 und 5000 v. Chr. statt.
Baltische Völker (oder baltische Stämme) sind eine Gruppe von indogermanischen Völkern, die traditionell im Gebiet des Baltikums und angrenzender Regionen lebten. Zu den bekanntesten baltischen Völkern gehören die Litauer, Letten und die historischen Prussen. Im etwa 1.Jhdt n Chr. erwähnten die Römer die Astier, einer der vielen baltischen Stämme. Man schätzt, das die Vorfahren der Balten also etwa 2500-3000 v Chr. dort zum ersten Mal sesshaft wurden. Es gab Vermischungen zwischen denn sogenannten finno-ugrischen Stämme.
Finno-ugrische Stämme umfassen eine Gruppe von Völkern, die finno-ugrische Sprachen sprechen, welche zur uralischen Sprachfamilie gehören.
Unterschiede Germanen und Balten
Die Balten und Germanen sind zwei verschiedene Völker mit unterschiedlicher Herkunft, Sprachen und Kulturen. Die Balten, die im Baltikum beheimatet sind, sprechen baltische Sprachen und gehören zur indogermanischen Sprachfamilie. Die Germanen hingegen sind eine Gruppe von Völkern, die im nordwestlichen Europa beheimatet sind und germanische Sprachen sprechen, dennoch…die genetische Verwandtschaft zwischen Balten, Germanen als auch den Kelten ist komplex, aber es gibt gemeinsame genetische Wurzeln. Alle drei Gruppen gehören zur indogermanischen Sprachfamilie und haben sich aus der Bronzezeit-Kultur, der Jamnaja-Kultur, entwickelt. Germanische und baltische Völkern hatten entsprechend auch ihre unterschiedliche Mythologie und Götter. Bei den Germanen z.B. Odin, bei den Balten Dievs.
WICHTIG: Prussen hatten also eine völlig andere Kultur, Mythologie als auch Sprache als die Völker der Germanen.
Im 2.Jhdt n Chr., also kurz vor Ende des heidnischen Roms und dessen Übergang etwa 300-315 (Kaiser Konstantin/Galerius zum Christentum, wurden die Prussen zum ersten Mal in römischen Quellen erwähnt. Kriegerische Zusammenstöße gab es aber zuvor offenbar nicht.
Als das heilige römische Reich deutscher Nation (römisch-katholischer päpstlicher Einfluss) bestand und 1198 (Dritter Kreuzzug) der die römisch-katholische Ordensgemeinschaft „Deutsche (Ritter)-Orden“ in Akkon (heutiges Israel) gegründet wurde, gerieten die Prussen im 13.Jahrhundert in den Fokus derselbigen.
Gewalttätige Übernahme und Unterwerfung des prussischen Volkes
Mit päpstlicher Unterstützung und durch militärische Gewalt eroberte der Orden weite Teile Preußens und gründete dort den Deutschordensstaat, einen EIGENEN STAAT unter der Herrschaft des Hochmeisters. Also entsprechend ohne Legitimation des Volkes. Die Eroberung und Christianisierung Preußens war daher mit erheblicher Gewalt verbunden. Der Orden führte zahlreiche Kriege gegen die einheimische prussische Bevölkerung, die sich gegen die Fremdherrschaft entsprechend wehrte. Es kam zu Schlachten, Belagerungen und Massakern, bei denen Tausende von Menschen starben. Prussen war nun unter der römisch-katholischen Knute. Ab da hieß das Gebiet der Prussen „Deutschordenstaat“. Bis 1525.
Im April 1525 wurde dann das „Herzogtum Preußen“ gegründet. Nach der Luther-Reformation (1517) spaltete sich ein Teil der römisch-katholischen Kirche zum Protestantischen Zweig, u.a. Calvinismus, der sich im Herzogtum Preußen verbreitete. Albrecht von Brandenburg-Ansbach, der letzte Hochmeister des Deutschorden wandelte diesen in das Herzogtum um.
Der Höhepunkt der religiösen als auch politischen Spaltung wurde im 30jährigen Krieg 1618-1648 und dem „Westfälischen Frieden“ erreicht. Man schätzt heute die Anzahl der Toten zwischen 5 und 8 Mio Menschen. Der Krieg wurde hautpsächlich auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Deutsche Reich (962-1806) ausgetragen.
Vorgeschichte Königreich Preußen
Im 17. Jahrhundert war die Vorgeschichte des späteren Königreich Preußens vor allem durch die Entwicklung „Brandenburg-Preußen“ geprägt. Das Hause Hohenzollern regierte (seit 1415, Friedrich VI.) in Personalunion sowohl die Kurmark Brandenburg (Kurfürsten) als auch das Herzogtum Preußen, welches sie von den polnischen Königen als Lehen erhalten hatten. 1618 wechselte die Blutlinie, als Albrecht Friedrich starb (keinen männlichen Nachkommen) und die Regentschaft an Johann Sigismund von Brandenburg übertragen wurde, 1619 nach dessen Tod an Georg Wilhelm (bis 1640). Mehr zu den Regenten hier: https://www.preussenchronik.de/person_jsp/key=person_georg+wilhelm+von_brandenburg.html