Morgenthau-Plan

Der Morgenthau-Plan war ein damaliger Vorschlag von US-Finanzminister Henry Morgenthau Jr. von 1944, Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg in einen Agrarstaat umzuwandeln, indem die deutsche Industrie demontiert und der Ruhrgebiets-Industriekomplex verwüstet werden sollte. Obwohl wohl eine abgeschwächte Version von Roosevelt und Churchill vorübergehend gebilligt wurde, wurde der Plan lange nicht umgesetzt wurde, da er auf breiten Widerstand stieß und im Zuge des Kalten Krieges eine wirtschaftlich gestärkte Bundesrepublik Deutschland als Bündnispartner gewünscht war, zudem Reparationszahlungen (bis 1990/2+4-Vertrag), Wiedergutmachungszahlungen an Opfer des NS-Regimes. Aktuell fordert Polen die Zahlungen von rund 1,3 BILLIONEN EURO seit 1945. Die deutsche Regierung lehnte ab (noch…)

U.S. Außenminitser Hull (1933-1944) äußerte in Bezug auf den Plan:
„Siebzig Millionen Menschen können nicht innerhalb Deutschlands nur von der Landwirtschaft leben. Sie müßten entweder verhungern oder anderen Völkern zur Last fallen. Außerdem würde dieser Plan unter den Deutschen ewigen Haß entfachen.“

Interessant ist folgende Recherche:
Der US-Amerikaner George N. Crocker schildert in seinem Buch „Schrittmacher der Sowjets“ einen neuen Aspekt des MTP. Dieser erörtert eine Nachricht des FBI an das weisse Haus vom 4.12.45, daß der Angestellte Morgenthaus „Harry Dexter White“ der den Plan ausgearbeitet hatte ein sowjetischer Agent war und deshalb festgenommen wurde. Bereits in den 1930er und 1940er Jahren beschuldigten ehemalige Sowjetagenten wie Whittaker Chambers und Elizabeth Bentley White, für die Sowjetunion spioniert zu haben. Zu der Zeit waren diese Aussagen jedoch schwer zu überprüfen und wurden teilweise nicht geglaubt.

Allerdings wird der Inhalt vom Morgenthau-Plan indirekt verfolgt, oft aus wirtschaftlichen Gründen(Deutsche Firmen gehen ins Ausland, Steuervorteile, geringe Kosten etc.). Seit 2018 stagniert die Wirtschaft immer extremer. Mit Ausnahme von 2020 liegt die Anzahl der Insolvenzen sechstellig seit 2003. (Statistisches Bundesamt). Die Arbeitslosigkeit steigt weiter an.
EU-Bürokratie und Dinge wie Sabotage der Nordstream-Pipeline sind nur Teile der Gründe, warum Deutschland deindustrialiert wird.

Agrarstaat Deutschland ?
Theoretisch ja, praktisch nein und wirtschaftlich eine Katastrophe.

Hier ist eine detaillierte Aufschlüsselung, warum Deutschland nicht zu einem reinen Agrarstaat werden könnte und welche enormen Hürden dem entgegenstehen.

1. Definition: Was ist ein „reiner Agrarstaat“?

Ein Agrarstaat ist ein Land, dessen Wirtschaft fast vollständig auf der Landwirtschaft basiert. Der Großteil der Bevölkerung ist in diesem Sektor beschäftigt, und die Exporte bestehen hauptsächlich aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Beispiele aus der Geschichte oder der heutigen Zeit sind oft Entwicklungsländer.

2. Argumente, die DAGEGEN sprechen

a) Wirtschaftliche Struktur und Bedeutung der Industrie

  • Industrie als Rückgrat: Deutschland ist die größte Volkswirtschaft Europas und die viertgrößte der Welt. Diese Stellung verdankt es seiner hochspezialisierten und exportstarken Industrie (Automobilbau, Maschinenbau, Chemie, Elektrotechnik). Stirbt allerdings schrittweise.
  • Wertschöpfung: Die landwirtschaftliche Bruttowertschöpfung machte 2023 nur etwa 0,8 % der deutschen Gesamtwirtschaftsleistung (BIP) aus. Die Industrie liegt bei über 26 %. Ein Wechsel zu einer rein agrarischen Wirtschaft würde einen wirtschaftlichen Kollaps und einen massiven Verlust an Wohlstand bedeuten. Vegan und Vegetarische Propaganda sieht das wahrscheinlich anders.
  • Exportstruktur: Deutsche Exporte werden von Autos, Maschinen und Chemikalien dominiert. Agrarexporte sind vergleichsweise gering. (Siehe Deindustrialisierung)

b) Beschäftigung

  • In der Landwirtschaft sind heute nur noch ca. 1,2 % der Erwerbstätigen in Deutschland beschäftigt.
  • Millionen hochqualifizierte Jobs in Industrie, Dienstleistung, IT und Forschung würden wegfallen. Es gäbe keine Möglichkeit, diese Menschen in der Landwirtschaft unterzubringen – die Arbeitslosigkeit würde explodieren. 2025 fallen viele Jobs weg. Fast jeden Tag eine solche Nachricht. Einzig wird es Jobs geben im Bereich KI-Engeneering und Analytic…und Agrar, irgendwas muss man ja exportieren.

c) Geographie und Böden

  • Nicht alle Regionen Deutschlands sind gleichermaßen für die Landwirtschaft geeignet. Es gibt ertragreiche Gebiete (z.B. die Börden, Teile Bayerns), aber auch viele Regionen mit weniger fruchtbaren Böden (z.B. in Mittelgebirgen, Brandenburg).
  • Die Fläche reicht nicht aus: Um den aktuellen Lebensstandard auch nur annähernd zu halten, müsste Deutschland enorme Mengen an Agrarprodukten exportieren. Dafür ist die landwirtschaftlich nutzbare Fläche bei weitem nicht groß genug. Zum Vergleich: Länder wie die Ukraine oder die USA haben riesige, zusammenhängende Agrarflächen. Für die eigene Bevölkerung könnte es vielleicht ausreichen. Vielleicht.

d) Globale Vernetzung und Ernährungssicherheit

  • Deutschland ist in die globale Arbeitsteilung eingebunden. Es importiert große Mengen an Futtermitteln (Soja), Obst, Gemüse und anderen Agrarprodukten. Ein Agrarstaat müsste autark sein, was kaum möglich wäre, siehe EU. Ein autarkes Deutschland würde sofort angegriffen werden, die beiden Weltkriege waren u.a. deswegen geführt worden.
  • Die derzeitige landwirtschaftliche Produktion in Deutschland ist hochintensiv und auf den Import von Düngemitteln und Energie angewiesen. Eine Rückkehr zu einer „low-input“-Landwirtschaft würde die Erträge dramatisch sinken lassen.

e) Gesellschaftliche und politische Faktoren

  • Ein solcher radikaler Wandel wäre politisch und gesellschaftlich nicht durchsetzbar. Er würde auf massiven Widerstand der Bevölkerung stoßen.
  • Deutschland hat eine Verpflichtung in der EU und der internationalen Staatengemeinschaft, die es nicht einfach fallen lassen könnte.

3. Theoretische Szenarien, unter denen es denkbar (aber unrealistisch) wäre

  • Zusammenbruch der Weltordnung: In einem dystopischen Szenario, in dem globale Lieferketten und die Industrie zusammenbrechen (z.B. nach einem großen Krieg oder einer apokalyptischen Krise), könnte Deutschland gezwungen sein, sich primär auf die eigene Nahrungsmittelproduktion zu konzentrieren. Dies wäre dann aber ein reiner Überlebensmodus und nicht ein bewusst angestrebtes Staatsmodell.
  • Extremistische Ideologie: Eine radikale, agrarlastige Regierung könnte eine solche Umstellung erzwingen – mit den oben beschriebenen verheerenden wirtschaftlichen Folgen.

Fazit

Agrarland Deutschland ? Theoretisch ja, aber es wäre eine gigantische Verschwendung von Wissen, Kapital, Infrastruktur und wirtschaftlichem Potenzial. Es würde einen beispiellosen sozialen und wirtschaftlichen Rückschritt bedeuten. Aktuell sieht diese Verschwendung 2025 genauso aus, wenn man die Berichte aus Wirtschaft und Handel lesen tut.

Der Morgenthau-Plan könnte also bald realistische werden als man ahnen tut.