Der furchtbare 30jährige Krieg war vor allem ein „Glaubenskrieg“, der in der Lutherischen Reformation 1542 mündete.
Aber auch politischer Kampf um Macht. Begann er als „Glaubenskrieg“ zwischen Katholiken und abegwandten Protestanten, entwickelte er sich zu einem europäischen Krieg zwischen Staaten und Fürstentümer. Ausgehend im damaligen „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen“. Schweden, Frankreich (Protestanten), Spanien (Katholisch). Polen-Litauen (nicht direkt involviert) diente zeitweise als Zufluchtsort für Kriegs- und Glaubensflüchtlinge. Im Baltikum zu Konflikten mit Schweden, die als Teil der „nordischen Kriege“ (1554 bis 1721) auch mit dem Dreißigjährigen Krieg in Verbindung standen. Auch Dänemark kämpfte gegen die damaligen machthungrigen Schweden.
Man schätzt die Todesopfer auf 3 bis 9 Millionen, damals eine Gesamtbevölkerung maximal 20 Millionen. Es gab daher einen hohen Bevölkerungsrückgang in Mitteleuropa. Es gab Hungersnöte, Seuchen, Pest.
Der Westfälische Friede von 1648 beendete den Dreißigjährigen Krieg und gilt als ein bedeutendes Ereignis der europäischen Geschichte. Die Friedensverträge wurden am 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück unterzeichnet und legten den Grundstein für eine neue europäische Friedensordnung und moderne Staatenordnung. Wichtig: Zum ersten Mal in der Geschichte wurden die Rechte der protestantischen Fürsten anerkannt. Auch das Recht der katholischen Fürsten wurde anerkannt.
Er führte zu einer neuen politischen und religiösen Ordnung im Heiligen Römischen Reich und etablierte Prinzipien wie die Souveränität der Einzelstaaten und die Gleichberechtigung der Konfessionen. Die Friedensverträge, die in Münster und Osnabrück ausgehandelt wurden, beeinflussten die Entwicklung Europas bis zum Ende des 18. Jahrhunderts und darüber hinaus.
Nachteil allerdings war es, denn obwohl der Westfälische Frieden die Souveränität der einzelnen Reichsstände betonte, trug er nicht direkt zur Festigung des Absolutismus bei. Im Gegenteil, die Fürsten erlangten eine größere politische Autonomie und konnten ihre Territorien eigenständiger regieren als zuvor, was eher als eine Beschränkung der kaiserlichen Macht im Reich interpretiert werden kann. Der Friede führte zu einer Dezentralisierung der Macht im Reich und stärkte die Rolle der einzelnen Fürsten gegenüber dem Kaiser.
Zwar endete der 30jährige Krieg 1648, allerdings verging bis 1721 kein Jahr ohne weitere Kriege auf dem europäischen Kontinent.
Zweiter Nordischer Krieg (1655-1660): Ein Konflikt zwischen Schweden und seinen Nachbarn, darunter Polen, Russland und Dänemark, um die Vorherrschaft im Ostseeraum.
Großer Türkenkrieg (1683-1699): Ein Krieg zwischen dem Osmanischen Reich und einer Koalition europäischer Mächte, darunter Österreich, Polen und Venedig.
Spanischer Erbfolgekrieg (1701-1714): Ein Krieg um die spanische Thronfolge nach dem Tod von Karl II. von Spanien. Großer Nordischer Krieg (1700-1721): Ein Krieg um die Kontrolle über den Ostseeraum, hauptsächlich zwischen Schweden und Russland.
Entscheidend nach 1648: Nach dem Westfälischen Frieden von 1648 erlebte das Kurfürstentum Brandenburg unter Friedrich Wilhelm, dem Großen Kurfürsten, einen erheblichen Aufstieg. Er nutzte den Frieden, um das Land zu konsolidieren, seine Armee zu stärken und durch eine geschickte Politik seine Territorien zu erweitern (Herzogtum Magedeburg, Teile von Hinterpommern und Ostfriesland) seine Macht zu festigen.
Das Kurfürstentum Brandenburg selbst ERBTE im Jahr 1618 das Herzogtum Preußen.
Diese ERBSCHAFT markierte den Beginn einer engen Verbindung zwischen den beiden Territorien unter der Herrschaft der Hohenzollern. Die Dynastie der Hohenzollern herrschte sowohl über Brandenburg als auch über Preußen und wurde so zu einer der mächtigsten Dynastien im Heiligen Römischen Reich.
Während des „Zweiten Nordischen Krieges“ (1655-1660, Schweden, Polen, Russland, Dänemark und Brandenburg) schlossen 1656 Friedrich Wilhelm und der schwedische König Karl X. Gustav einen Vertrag, der die bestehende Allianz Brandenbur/Schweden bekräftigte und Großpolen an Brandenburg übergab. November 1656 erkannte Karl X. Gustav Friedrich Wilhelm als souveränen Herrscher über das Herzogtum Preußen an, was die Souveränität Brandenburgs über Preußen stärkte.
Fakt ist ganz einfach, das Brandenburg-Preußen ihr Reich durch eine Kombination aus geschickter Kriegführung und Diplomatie/Heiratspolitik doch erheblich erweitern konnte. Während die Heiratspolitik die Grundlage für den späteren Aufstieg schuf, führten Kriege wie die Schlesischen Kriege und die Teilungen Polens zu territorialen Gewinnen, die Preußen später zu einer europäischen Großmacht machten.
Folgende Territorien fielen an Brandenburg-Preußen:
Mark Brandenburg, das Herzogtum Kleve, die Grafschaft Mark, die Grafschaft Ravensberg, das Herzogtum Preußen, Hinterpommern, das Fürstentum Minden, das Fürstentum Halberstadt und das Herzogtum Magdeburg.
Knapp 200 Jahre später, nach der französischen Revolution und dem Wiener Kongress 1815 kamen weitere Gebiete hinzu, darunter Teile des Rheinlands, Westfalen und Teile Sachsens. Im Deutschen Krieg 1866 annektierte Preußen Kurhessen, Herzogtum Nassau, die Freie Stadt Frankfurt und Landgrafschaft Hessen-Homburg. Preußen hat im Laufe seiner Geschichte quasi durch militärische Gewalt expandiert und viele Gebiete erobert. Dies geschah durch eine Reihe von Kriegen, darunter die Schlesischen Kriege, der Siebenjährige Krieg und der Deutsche Krieg. Letztere genannten Kriege forderten schätzungweise zwischen 1,5 und 2 Millionen Opfer.